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Politik

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich mich für kurze Zeit politisch engagiert habe. Damals hatte ich für den Stadt- und Kreisrat meiner Heimat kandidiert und wurde ein paar Listenplätze nach oben gewählt (von Platz 7 auf 4, wenn ich mich recht erinnere), aber das Gesamtergebnis für die Partei sah nur einen einzigen Listenplatz vor. Bedingt durch Umzug und Desinteresse ließ ich meine politischen Ambitionen links liegen und widmete meine volle Energie meinem neuen Job.

Nach etwas mehr als drei Jahren muss ich feststellen, dass ein wenig mehr politische Arbeit auch meinem Berufsleben nicht geschadet hätte. Auch der Job besteht nicht nur aus der Leistung, die man einbringt und dem Ergebnis, das man abliefert. Wie in einem politischen Amt hilft es nichts, es einfach auszufüllen. Man muss beständig Lobbyarbeit in eigener Sache betreiben, ständig auf der Suche nach starken Einflussfaktoren. Man muss die guten Taten hervorheben und die schlechten klein halten. Ehrlichkeit führt schnell zur Herabsetzung des eigenen Images und irgendwann zur Absetzung aus dem Amt.

So geschehen in der vergangenen Woche. Wenn man so will, wurde ich, wie Stromberg in der zweiten Staffel, »strafversetzt«. Zwar nicht ins Archiv, sondern in eine neue, von mir mit aufzubauende Abteilung. Aber abgezogen aus dem Job, für den ich nach Köln gezogen bin und der mir, trotz unzähliger Überstunden (zusammengerechnet in drei Jahren rund sieben Monate), Arbeit trotz Urlaub (zuletzt sogar an meinem Geburtstag) und manigfaltigen Problemen, die aus der Geschichte der Abteilung und dem Stellenwert der Abteilung innerhalb des Unternehmens herrühren, unheimlich viel Spaß macht(e).

Ich habe schon jetzt viel aus dieser Situation gelernt, und ich bin sicher, dass ich noch einiges lernen werde. Ich weiß nun immerhin, dass es auch in kleinen Betrieben schnell sehr politisch werden kann, dass ich zu einer kleinen Minderheitenfraktion in der Opposition gehöre und durch meine politische Untätigkeit nur noch auf den guten Willen der Minister in der Regierung zählen kann, die sich wiederum auch ständig zur Wiederwahl stellen müssen und daher proaktiv alles abwerfen, was ihrem Image schaden kann.

Das heißt für mich ab sofort, wieder politisch tätig zu werden. Nicht in einer Partei, aber in der Firma.

(Das war der erste und voraussichtlich letzte Eintrag, der sich mit meiner Arbeit beschäftigt.)

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