Kölner Heiterkeitskultur

Aus dem aktuellen Spiegel, Nr. 25/2006, Seite 76:

Feiern ist befreien. Deutschland befreit sich gerade von sich selbst. So unter Deutschen war es ja immer ein bisschen langweilig. Spätestens seit der Romantik war man dazu verdammt, eine verträumte, vergrübelte Nation zu sein. Man hockte im Krähwinkel der Welt und machte sich so allerlei schwere Gedanken über sich selbst.

Die guten Partys gab’s woanders. Die jungen Deutschen wissen das. Sie waren schon in New York. Sie sind längst globalisierte Partygänger, und jetzt sind sie die Gastgeber. Da wollen sie nicht griesgrämig sein. Während einer WM heißt Globalisierung auch: Wettstreit der Heiterkeitskulturen. Die Deutschen machen kräftig mit.

Am besten sind dabei, wie vermutet, die Kölner. Als Angola und Portugal müde in Köln kickten, sang die deutsche Ecke begeistert »Viva Colonia«. Dann stand man auf, klatschte und rief: »Steht auf, wenn ihr Deutsche seid.« Das ließen sich 10.000 Angolaner nicht zweimal sagen. Animiert von so viel Feierlust standen sie auf und klatschten mit. Nun ist zu klären, ob sie sich damit das Recht auf Einbürgerung erworben haben.

Samstag, 24. Juni 2006, 03:00 Uhr
Abgelegt unter: Köln, Spocht, WM 2006


3 Kommentare

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Mutter

Hmm, die Zeitungen hier schreiben, dass Hamburg am besten feiert. Wer denn nun, Köln oder Hamburg? Oder vielleicht gar Nürnberg?  ;-)

24.06.2006, 08:37DIREKT ANTWORTEN


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Johannes

Der Spiegel kommt aus Hamburg… ;-)
Ist ja aber auch kein Geheimnis, dass Kölner gut feiern können.

24.06.2006, 22:04WEBSITEDIREKT ANTWORTEN


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Mutter

Es war aber ein Geheimnis, dass Fischköpfe und Pfeffersäcke gut feiern können ;-)

24.06.2006, 22:15DIREKT ANTWORTEN


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