Einszwanzich

Nachdem ich gerade Herrn Winkels Anruf bei Apple gesehen habe, fällt mir gerade wieder ein, dass ich unlängst bei meinem Telefondealer Arcor angerufen habe. Wäre ich so drauf wie Herr Winkel, dann hätte ich das Gespräch wahrscheinlich auch ein bisschen ausgeschmückt darstellend videografiert. War aber auch so amüsant.

Ich hatte gerade die aktuelle Rechnung erhalten und verwundert festgestellt, dass mir 1 Euro 20 abgezwackt werden, weil ich altmodischer Kerl meine Rechnung auf Papier beziehe und mir nicht per Mail zuschicken lasse oder sowas. Spontan dachte ich mir, wenn mir das Papier schon 1 Euro 20 wert sein soll, dann kann ich auch nochmal ein paar Euro draufschlagen und die 0180-er Nummer anrufen und denen eine Frage stellen: Wieso?

Nach geschätzten fünfzehn Minuten Warteschleife mit dem selben sich wiederholenden 10-Sekunden-Track auf einmal eine Ansage: »Aus Gründen der Qualitätssicherung wird dieses Gespräch mitgeschnitten und abgehört. Wenn Sie das nicht wünschen, drücken Sie jetzt bitte die Eins.« Hahaha, dachte ich mir, geile Sache.

Natürlich habe ich die Eins nicht gedrückt. Selten einen so freundlichen Hotline-Mitarbeiter am Apparat gehabt, der versuchte, mich aufgebrachten Kunden höflich davon zu überzeugen, dass man mir das doch mitgeteilt hätte. »Wo?« – »Im Blabla-Newsletter, der den Rechnungen immer beiligt.« – »Sie meinen das Stück Papier, das man normalerweise sofort entsorgt?« – »Ja, genau.«

Nachdem ich noch meine Stichworte »Sauerei«, »Enttäuschung« und »Einszwanzich« losgeworden bin und mich natürlich noch – man erwartet das ja – über die elend lange Wartezeit echauffiert hatte, wollte ich es dann aber auch gut sein lassen. Der arme Kerl.

»Kann ich sonst noch etwas für Sie tun, Herr Mirus?« – »Nein, danke. Ich wollte mich nur aufregen.« – »Schön, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte.«

(ändert natürlich alles nichts daran, dass die Aasgeier jetzt Geld von mir für eine selbstverständliche Dienstleistung verlangen. Ich sollte mal meinen Kunden sagen: Hey, entweder ich schicke dir die Rechnung elektronisch zu oder ich schlage noch Einszwanzich drauf und du bekommst sie per Post.)

Mittwoch, 14. Dezember 2005, 00:26 Uhr
Abgelegt unter: Privat


3 Kommentare

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Dave-Kay

Das Schlimme daran ist nicht dass sie dir die Kosten für die Rechnungsstellung per Post in Rechnung stellen, nein, das Schlimme ist, die VERDIENEN daran!
Niemand tütet da was von Hand ein, bis zum Postamt, hat Niemand deine Rechnung in der Hand gehabt!
Die Kosten belaufen sich also auf einen Umschlag, das Papier, den Druck (Werbeflyer werden nicht mitgerechnet) und das Porto, eintüten geht maschinell, portostempel wird beim Eintüten aufgedruckt. Auf Grund der enormen Mengen und der elektronischen Vorsortierung nach PLZ liegt der tarif dafür (ich schätze) bei 35Cent. Selbst wenn der Umschlag, das Papier und der Druck zusammen 50 Cent kosten, was sicher nicht der Fall ist, verdienen die saumäßig gut daran. Ich tippe auf 30-40 Cent pro Rechnung. Anschaffung von Maschinen zum eintüten wird nicht gerechnet, die waren vorher da und werden bald reduziert.
Riesensauerei!

14.12.2005, 03:28WEBSITEDIREKT ANTWORTEN


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MC Winkel

Filmen!

14.12.2005, 10:29WEBSITEDIREKT ANTWORTEN


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Johannes

Filmen!
Das nächste Mal vielleicht. ;-)

14.12.2005, 16:07WEBSITEDIREKT ANTWORTEN


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